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Neukammer

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Die Marienkirche von Neukammer

 

Neukammer, in alten Schriftstücken als „ Nikammer“ bezeichnet, wurde im Jahre 1348 von der Pest, dem so genannten Schwarzen Tod, heimgesucht und stirb aus. Zwei Jahre später (1350) einverleibt sich die Stadt Nauen das entvölkerte Dorf mitsamt der Marienkirche ein.

 

Die Marienkirche stand nun in mitten verlassener Häuserruinen .Es hieß die Mutter Gottes wollte diesen Ort ihrer Verehrung nicht aufgeben. Jeder der zu frommen Andacht und zur Opferung (von Geld) Kirche aufsuchen werde, sollte Gnade der Mutter Gottes erfahren.

 

Dadurch wurde Neukammer ein bekannter Wallfahrtsort und die Summe der geopferten Pfennige wuchs beträchtlich. Zwischen dem Domkapitel in Brandenburg und der Stadt Nauen entfachte ein heftiger Streit um die Opfereinkünfte. Nauen konnte diesen Streit 1358 im wesentlichen für sich entscheiden, der größte Teil des Geldes durfte hier verbleiben. Da nun die Opfereinkünfte für Domstift Brandenburg viel niedriger als erwartet ausfielen, zeigte die hohe Geistlichkeit weniger Interesse an dem Wallfahrtsort.

 

Im Jahre 1362 stellte der Bischof sogar fest, dass die Kirche in Neukammer Gläubige aus der Marienkirche auf dem Harlunger Berg bei Brandenburg abzog. Als Konkurrenz nicht mehr bischöflich begünstigt, verlor die Kirche in Neukammer allmählich an opferwilligen Wallfahrern.

 

Mit der Reformation gab es schließlich für die Marienkirche in Neukammer kaum noch Interessenten und war dem Verfall preisgegeben. Mit kurfürstlicher Genehmigung wurde sie im 16 Jahrhundert abgetragen. Das Baumaterial wurde für die Errichtung von Vorwerksgebäuden verwendet.