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Börnicke

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Die Glocke von Börnicke

von Eugen Gliege

Aus „Alte Sagen und Geschichten aus dem Havelland“, Selbst-Verlag; 1. Auflage; 2000

 

Auch in Börnicke sollten während des Ersten Weltkrieges die Glocken vom Turm geholt, eingeschmolzen und Geschützen verarbeitet werden. Den Bemühungen des Herrn Pfarrer Winter in Grünefeld war es zu verdanken, dass die größte und älteste der Glocken in Börnicke verblieb.

 

An die Glocke knüpft sich übrigens eine Sage, die dem damaligen Pfarrer von mehreren Alten des Dorfes ungefähr so erzählt wurde:

 

Die Glocke gehörte eigentlich gar nicht auf den Börnicker Kirchturm. Sie war kaum ein paar Tage oben, so kam auch schon ein Wagen aus Nauen, um sie wieder abzuholen. Mit viel Mühe wurde sie herunter und auf den Wagen gebracht. Man trieb die Pferde an, aber der Wagen bewegte sich nicht. Die Börnicker mussten noch sechs Pferde vorspannen. Endlich, nach vielen vergeblichen Versuchen, setzte sich der Wagen, mit acht Pferden bespannt, in Bewegung. Am Ende des Dorfes in Richtung Nauen brach die Achse. Die Glocke rollte in den Sand und bohrte sich ein tiefes Loch. Noch beim Chausseebau soll man die Stelle haben sehen können.

 

Die Glocke, die so gezeigt hatte, dass sie nicht aus dem Dorfe wollte, blieb in Börnicke. Zwei Pferde schafften die mit Leichtigkeit wieder zur Kirche zurück.