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Wustrau-Altfriesack

Kirche von Wustrau

1970 schlossen sich die beiden Gemeinden Wustrau und Altfriesack zu einer Gemeinde zusammen. Mit 1221 Einwohnern ist Wustrau- Altfriesack mit dem dazugehörigen Gemeindeteil Zietenhorst heute der größte Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin. Das zwischen dem Ruppiner See und dem Bützsee gelegene Fischerdorf Altfriesack (Vresack = eine mit Heidekraut bewachsene Stelle) wurde 1421 erstmals erwähnt.

 

Es war bis 1872 Teil des Amtes Alt Ruppin. Schon 1474 soll es am Rhin auch eine Schneidemühle gegeben haben. Altfriesack ist vor allem durch die Schleuse und die Klappbrücke bekannt, die beim Ausbau des Ruppiner Kanals um 1790 entstanden. Die ursprüngliche Holzbrücke wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch eine genietete Eisenkonstruktion ersetzt.

 

1994 wurde die im Range eines technischen Denkmals stehende Brückenkonstruktion restauriert und erstmals das Brückenfest gefeiert. 1998 waren die Arbeiten zur Sanierung der Schleuse abgeschlossen. 1995 wurde in Altfriesack die zentrale Trinkwasserversorgung geschaffen. Die Straße Zur Zugbrücke und die Straße Fischerdorf wurden erneuert und mit neuer Straßenbeleuchtung versehen. Fünf Kilometer südwestlich von Wustrau, mitten im Rhinluch, liegt das zu Wustrau-Altfriesack gehörende Zietenhorst.

 

Ursprünglich befand sich hier nur das Gehöft „Gieses Hof". 1939 wurden nach umfangreichen Meliorationsarbeiten durch die Baugenossenschaft „Eigene Scholle" die heute noch vorhandenen typischen Wohnstallhäuser errichtet. Durch Zietenhorst führt die in den 1920er Jahren errichtete Luchchaussee Wustrau-Flatow. Typisch für die Straße war das Großkopfsteinplaster. Der Zustand der Straßenver-bindung von Wustrau nach Zietenhorst ließ jedoch mit den Jahren mehr und mehr zu wünschen übrig. Am 7. Mai 2005 war es endlich soweit: Die neu hergerichtete Straße konnte für den Verkehr freigegeben werden.

 

Den größeren Teil des Ortsteils Wustrau-Altfriesack bildet Wustrau, das weithin bekannt ist durch den dort geborenen und nach seinem Tode beigesetzten Husarengeneral Hans Joachim von Zieten (1699- 1786). Erst 1462 gab es die erste urkundliche Erwähnung von Wostrowe (= vom Wasser umflossener Ort), doch schon 1288 wurde die Person Thethardus de Wozstrow genannt.

 

Im 30jährigen Krieg war Wustrau vollständig zerstört worden. 1765 hatten die von Zieten die ursprünglich drei Rittergüter zu einem vereint. Im 19. Jahrhundert erlebte Wustrau durch die vier Torfgräbereien im Wustrauer Luch eine Blütezeit. Durch die Steigerung der Bevölkerungszahl erfolgte eine wesentliche Ausweitung der Dorfanlage. Den Kern des ursprünglichen Dorfes bilden das Gebiet um das „Schloss" und das „Hohe Ende". Das auch als Schloss bezeichnete Herrenhaus wurde 1750 errichtet. 1875 erhielt es den Seitenflügel, die jetzige Fassade und um 1900 den Pavillon.

 

Nach wechselvoller Geschichte übernahm 1977 das Ministerium der Justiz der DDR das „Schloss" und den ursprünglich von Peter Joseph Lenné angelegten Park. Seit 1993 ist das „Schloss" die Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Wustrau hat aber auch weitere wertvolle Baudenkmäler. Dazu zählen die Gräber Hans Joachim von Zietens, seiner zweiten Ehefrau und seiner Eltern und seines Sohns Christian Friedrich von Zieten (1765-1854), der von 1800 bis 1841 Landrat des Kreises Ruppin war, und die der Familie von Zieten Schwerin. Am Hohen Ende befindet sich der 1750 errichtete Eiskeller, der 1993 restauriert wurde. Weiterhin zu nennen sind die Distanzsäule am Weg nach Treskow, Steinbänke am Hohen Ende, Kriegerdenkmale für die Befreiungs-kriege und den Ersten Weltkrieg. Die Dorfkirche stammt bereits aus dem späten Mittelalter und war im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden.

 

Um 1781 soll sie ihr heutiges barockes Äußeres und den 32 Meter hohen Turm erhalten haben. Aus jüngster Zeit stammt das durch den Ehrenbürger von Wustrau, Ehrhardt Bödecker, errichtete Brandenburg-Preußen Museum, das am 30.09.2000 eröffnet wurde. Unmittelbar beim Museum befindet sich das 1999 errichtete Denkmal für Hans Joachim von Zieten, das ein Nachguss eines Marmor-Standbildes von Johann Gottfried Schadow aus dem Jahr 1794 ist.

 

Seit 1994 konnte eine ganze Reihe von Maßnahmen zu Gunsten von Wustrau realisiert werden. Dazu zählt der Ausbau der Straßen: Akazienweg, Am Bollwerk, Am Mühlenberg, Am Schloß, An der Bleiche, An der Mühle, Eichenallee, Flatower Straße, Gartenstraße, Hohes Ende, Weinbergweg und Zietenstraße.

 

Weiterhin wurden die Straßenbeleuchtung komplett erneuert sowie Trinkwasserleitungen und Schmutzwasser-kanalisation gelegt. 2000 erfolgte eine Neugestaltung des Bollwerks. Auch die Gebäude der ehemaligen Heimatschule, der Grundschule, der Kita „Pusteblume" und der Feuerwehr wurden umfangreich saniert.

 

 

 

(16818) WUSTRAU-ALTFRIESACK

 

Gemeindeteile: Altfriesack, Wustrau und Zietenhorst

 

Einwohner: 1.146

 

Ortsvorsteher:

Ingo Lamprecht

 

Ortsbeiratsmitglieder:

Udo Arndt

Ursel Gröer

Gerold Bittner

Hans-Albert Kurmann