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Fehrbellin

Blick auf die Kirche von Fehrbellin

Die Stadt Fehrbellin liegt auf einer Insel zwischen dem Rhin- und dem Havelluch, die den Namen „Ländchen Bellin" trägt. Einst von feuchten moorigen Wiesen umgeben, war der Ort ein strategisch wichtiger Punkt des Übergangs vom Havelland zur Herrschaft Ruppin. Bereits 1294 wurde der Damm über das Rhinluch erstmals erwähnt. Zum Schutz des wichtigen Übergangs war bereits im 12. Jahrhundert eine Burg angelegt worden, die jedoch schon 1305 wieder aufgegeben wurde. Im Schutz der Burg entwickelte sich eine Ansiedlung, die 1216 als „Belin", 1294 bereits als „Civitas Bellin" erwähnt und 1571 als „Städtlein" bezeichnet wurde.

 

Die Fähre über den Rhin brachte der Stadt die Bezeichnung „Fehrbellin" ein. Schon im 16. Jahrhundert hatte man begonnen, den ursprünglichen Knüppeldamm durch das Rhinluch mit Feldsteinen zu befestigen. Mit der Errichtung einer ersten Brücke über den Rhin im Jahre 1616 war die Zeit der Fähre beendet, der Name „Fehrbellin" blieb jedoch.

 

Während des 30-jährigen Krieges hatte die Stadt wiederholt durch Zerstörungen und Plünderungen zu leiden. 1700 hatte Fehrbellin etwa 670 Einwohner. Um 1800 stieg die Einwohnerzahl auf über 1000. Von Bedeutung für die Entwicklung der Stadt war auch die 1654 eingerichtete Postlinie Berlin-Hamburg, die durch Fehrbellin führte. Wichtigste Einnahmequellen im Marktort waren Ackerbau, Handwerk und Bierbrauerei.

 

Die Stadt hatte mehrere Gasthöfe. Einen weiteren Aufschwung und Wachstum der Bevölkerung brachte der, nach der im 18. Jahrhundert durchgeführten Trockenlegung des Luchs, nach 1800 beginnende Torfabbau im Umland. Mit der Städteordnung im Jahre 1809 erhielt Fehrbellin erstmals eine eigene Stadtverwaltung. 1852 bis 1857 wurde die Chaussee nach Neuruppin ausgebaut. 1880 folgten der Bahnanschluss an die Bahnlinie Neuruppin-Paulinenaue und der Ausbau des Fehrbelliner Kanals.

 

Die Einwohnerzahl stieg um 1900 auf annähernd 2000. Bereits 1731 war die Fehrbelliner Gertraudenkapelle auf dem Kapellenberg eingestürzt. Fehrbellin hatte damit keine Kirche mehr. Nach dem Abriss der alten Feldberger Kirche im Jahr 1865 entstand 1866/67 nach Entwürfen von Friedrich August Stüler auf dem Dorfanger in Feldberg die heutige markante Kirche für Fehrbellin und Feldberg, obwohl Feldberg erst 1922 nach Fehrbellin eingemeindet wurde. Vor der Kirche befindet sich das nach Entwürfen von Max Wiese geschaffene Denkmal an die Befreiungskriege (1813-1815).

 

Durch die Auflösung des seit 1571 bestehenden Domänengutes im Jahre 1928 entwickelten sich die Siedlungen an der Südseite der Berliner Allee (Renten-, Gutsiedlung Fehrbellin) und die Lentzker Siedlung. 1935 entstand an der Luchstraße die spätere Bastfaser GmbH als größter Arbeitgeber der Stadt. Für die Arbeitskräfte wurden Siedlungshäuser an der nördlichen Berliner Allee errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Verstaatlichung des Unternehmens zum VEB Märkische Bastfaser (nachfolgend VEB Plakotex bzw. Newtex GmbH). 1964 wurden erstmals über 3.000 Einwohner ausgewiesen. Am Dechtower Weg und an der Berliner Straße entstanden Wohnblöcke.

 

Nachdem 1970 der Verkehr auf der Eisenbahnstrecke Neuruppin eingestellt worden war, erhielt die Stadt 1975 Autobahnanschluss. Fehrbellin gehörte seit dem späten Mittelalter zum Havelland, von 1816 bis 1952 zum Kreis Osthavelland, danach zum Kreis Neuruppin und seit 1993 zum Kreis Ostprignitz-Ruppin.

 

Die Stadt war seit 1992 Sitz der Verwaltung des Amtes Fehrbellin, das seit 2003 im Range einer Gemeinde steht. Seit 1992 wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt realisiert. Dazu zählen u.a.

 

  • Um- und Ausbau des Rathauses (1993)
  • Herstellung des neuen Gebäudes für die Amtsfeuerwehr und die Rettungswache (1994)
  • Fertigstellung des Gewerbeparks „Ländchen Bellin" (1995)
  • Schaffung einer neuen Regenwasserkanalisation im Stadtgebiet (1996)
  • Aufstellung neuer Buswartehäuschen (1996)
  • Fertigstellung der Rhinhalle (1996)
  • Sanierung des alten Feuerwehrgebäudes (heute Stadtbücherei)
  • Sanierung der Schulen
  • Straßenbaumaßnahmen: Kapellenberg, Geschwister-Scholl-Straße, Johann-Sebastian-Bach-Straße, Am Schmiedberg, Promenade, Karl-Marx-Straße, Brunner Straße, Rhinstraße, Gartenstraße, Berliner Straße, Berliner Allee, Feldbergstraße, Bergstraße und der Rathausplatz
  • Parkplatzgestaltung an der Berliner Straße
  • Sanierung des Gehweges Dechtower Weg
 
 
 
(16833) FEHRBELLIN
 
Einwohner: 2.654
 
Ortsvorsteher:
Jürgen Sternbeck
 
Ortsbeiratsmitglieder:
Uwe Behnicke
Günter Kleiner
Peter Marienfeld
Brigitte Gutsch
Axel Gutschmidt

Mathias Perschall

Willi Schneider
Sebastian Kalka


 

Karte der Stadt Fehrbellin