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Sadenbeck

 

In Sadenbeck sind per 01.01.2014   390 Personen gemeldet.

 

Sadenbeck

 

Der Name

Laut Chronik hat der Name Sadenbeck zwei mögliche Bedeutungen.

Die erste Vermutung stützt sich auf die Anlehnung an Wörter plattdeutschen Ursprungs:

Die Endung- „beck“ und Saden-  steht für „ soden „ und das heißt „Quelle“.

Also hat Sadenbeck einen echten deutschen Namen und wahrscheinlich liegt die Begründung  für diesen Namen darin, dass sich früher im unteren Teil des Dorfes eine Quelle befand. Die zweite Erklärung für den Namen: Es existiert bei Gardelegen in der Altmark eine Feldmark Sadenbeck. Die ursprünglich wendische Bevölkerung wurde durch deutsche Siedler verdrängt.  Man vermutet, dass die Einsiedler aus diesem alten Sadenbeck dem Sadenbeck bei Pritzwalk  den Namen geben.

 

Der Burgwall

Bei Sadenbeck hat früher eine Burg gestanden. Vor Jahrzehnten waren noch Ruinen vorhanden, deren Steine aber abgetragen und zu Stallbauten verwendet wurden. Nun ist von der ehemaligen Burg nur noch ein Wallstück übriggeblieben.

 

Die Kirche

Ein spätmittelalterlicher Feldsteinbau mit westlichen Breitturm und nördlicher Vorhalle mit reizvollem spätgotischen Backsteingiebel. Die Kirche wurde nach Mitte des 15. Jahrhunderts gebaut. Der Bau wurde 1833 nach Osten verlängert und dabei verändert.

1895 legte man um die Kirche einen neuen Kirchhof an und 1910 pflanzte man zu Ehren der Königin Luise eine „Luisen – Linde“.

Ende 1950 wurden Schadhafte Stellen am Turmdach festgestellt und nicht beseitigt. Viele Jahre wurden notwendige Kleinreparaturen nicht durchgeführt, so dass der Schaden immer größer wurde. 1979 wurde demzufolge der gesamte Helm abgetragen und ein Notdach errichtet.

 

Die Geschichte

Die Geschichte Sadenbecks beginnt im 13. Jahrhundert.

Die deutsche Bevölkerung gewann im 13. und 14. Jahrhundert immer mehr Gebiete. Durch die unsichere Lage der Prignitz wurde sie in Burgwarte geteilt., um sich vor den Slawen zu schützen.

Die Burgherren hatten eine große Anzahl von rittermäßigen Vasallen, einer dieser Vasallen aus den Klostern Heiligengrabe oder Stepenitz soll auch in Sadenbeck seinen Sitz gehabt haben. Ihm gehörten die ersten fünf Höfe am östlichen Ende der Südseite des Dorfes und anschließende Wiesen.

Der Rittersitz ging wahrscheinlich unter, weil die Ritter unter sich und mit den Städten in Fehde lagen.

Durch den 30 jährigen Krieg, der auch die Pest mit sich brachte, wurde Sadenbeck teilweise zerstört. Anscheinend überlebten nur zwei Bauern. Felsenhagen wurde geplündert und zerstört, die Bewohner flüchteten daraufhin nach Sadenbeck.

1805 drohte das Schulhaus durch eine Sturm zusammen zu stürzen und so wurde 1806 ein neues Schulhaus gebaut.

1815 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut, weil das alte Haus baufällig geworden war.

Aus dem Krieg zwischen Napoleon und Preußen waren Franzosen in Sadenbeck von Weihnachten 1806 – 1808.

1813 kam ein Zug von den aus Rußland zurückkehrender Franzosen, die im Freiheitskrieg kämpften, durch Sadenbeck.

Zwei russische Kavallerie-Regimenter besetzten die Prignitz, eine Schwadron war in Sadenbeck. Ostern 1814 zogen sie ab. 1815 feierten die Sadenbecker die Beendigung des Krieges.

Die Bewohner Sadenbecks waren Erbuntertanen des Klosters Heiligengrabe und mussten auf dem Stiftsgut Rapshagen Hofdienste leisten. Nach dem Freiheitskrieg hob König Friedrich Wilhelm III. die Erbuntertänigkeit auf.

Die Bauern Sadenbecks kauften sich los und zahlten 20 000 Thaler an das Stift Heiligengrabe. Viele Sadenbecker  vermieteten deshalb Zimmer oder mussten Land verkaufen.

1864 hatte Sadenbeck 610 Einwohner.

Um 1870 nahmen die Sadenbecker mehr und mehr das kulturelle Leben der Stadt an. Es gab viele verschiedene Vereine: Kriegsverein, Gesangsverein, Turnverein, Radfahrverein.

1910 waren in Sadenbeck 467 Einwohner.