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Kampehl

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Archäologische Ausgrabungen bezeugen, dass Kampehl schon während der Slawenzeit besiedelt war, u.a. wird 1307 ein ,,Heinricus von Campiyl'' als Eigner Erwähnt. Neben der Familie Kröcher wird 1491 auch die Familie von Kalebuz als Ortseigner und 1608 gibt es bereits drei Rittersitze im Ort. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1783, als der Letzte von Kalebuz starb, prägte diese Familie den Ort. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Eigentümer häufig, bis Kampehl Schließlich 1969 nach Neustadt (Dosse) eingemeindet wurde. Der berühmteste Spross der Familie Kalebuz war der am 6. März 1651 geborene Christian-Friedrich, der als 24-Jähriger gemeinsam mit dem Prinzen von Hessen- Homburg an der Schlacht bei Fehrbellin teilnahm. 1690 stand er wegen eines Mordes vor Gericht, verübt an einem Schäfer aus dem Nachbardorf. Eine Magd seines Gutes, Maria Leppin, war diesem Schäfer versprochen und Kalebuz bestand auf seinem Recht der ,,ersten Nacht'' mit der Braut. Die Magd weigerte sich und Kalebuz soll den Schäfer später anlässlich einer Auseinandersetzung über Weiderechte aus Rache Erschlagen haben. Als Feudalherr konnte er sich mit einem so genannten Reinigungseid freisprechen, was er mit den Worten ,,wenn ich der Mörder dennoch Gewesen sein soll, so will ich nie verwesen!'' auch tat. 1702 starb er mit 52 Jahren. Als man 1792 den Gruftanbau, in dem sich sein Sarkophag befand, wegen Renovierungsarbeiten öffnete, fand man neben zwei verwesten Leichen die mumifizierte Leiche des Ritters Kalebuz. Alle wissenschaftlichen Erklärungsversuche des Phänomens sind bis heute gescheitert. Im Gruftanbau der Wehrkirche Kampehl können Besucher die Mumie in ihrem gläsernen Sarkophag besichtigen und schaurigfachkundige Informationen erhalten.