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Bornstedt

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Am Rande des Areals der „Bundesgartenschau“ erstreckt sich die Ortschaft „Bornstedt“. Diese ist vor allem geprägt durch ein Bild von Ein- und Zweifamilienhäusern. Das Krongut Bornstedt und die unmittelbare Nähe zu den Parkanlagen von Sanssouci machen den Ort zu einem beliebten Anlaufziel für Touristen. Auf dem nahegelegenen „Friedhof Bornstedt“ sind Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten der Geschichte zu finden, wie etwa die Ruhestätten des Hofarchitekten Ludwig Persius (1803 bis 1845) und des Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné (1789 bis 1866). Als Zeichen der Zeit und der Geschichte befinden sich an zahlreichen Gebäuden und Denkmälern eine Reihe Artefakte, die an Großbritannien erinnern. So ist „Bornstedt“ wohl der „englischste Ort“ in Potsdam. In der Bornstedter Kirche beispielsweise sind die Orgelpfeifen in den britischen Nationalfarben Weißgold, Blau und Rot bemalt. Nach dem Vorbild der Kathedrale von Norfolk wurde das Taufbecken gestaltet, das Chorfenster ziert das Wappen des englischen Königshauses. Der Grund: Victoria und ihr Mann Friedrich III. (1831 bis 1888) hatten das Patronat über Kirche und Dorf „Bornstedt“: „Kaiserin Friedrich stellte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Bindeglied zwischen Preußen-Deutschland und England dar“, bemerkt Uwe Koch, der für den „Verein der Freunde des Bornstädter Friedhofes“ und die evangelische Kirchengemeinde die Feste koordiniert. Im Jahre 2001 wurde in einer Festveranstaltung anlässlich des 100-jährigen Todestages der als „Kaiserin Friedrich“ in die Geschichte eingegangenen englischen Prinzessin Victoria (1840 bis 1901) gedacht. Dieser 5. August war nicht nur für die Mitglieder der „Deutsch- Englischen Gesellschaft“ ein besonderer Tag: „Wir haben auch Prinz Charles, den englischen Thronfolger, eingeladen“, sagt Uwe Koch, der Vorsitzende der „Brandenburgischen Landesgruppe“, da der englische Thronfolger bereits 1997 als Initiator der von ihm angelegten „Urban Design Task Force“ in Potsdam war. Schwerpunkte waren seinerzeit neben dem „Alten Markt auch das Dorf „Bornstedt“. Eine aufsehenerregende Anlage ist das Krongut Bornstedt. Dieses hat, wie viele andere Einrichtungen in Potsdam auch, eine sehr viel weiter reichende Geschichte. Das erst 2002 nach dreijähriger Restaurierungsphase wieder eröffnete „Krongut Bornstedt“ war einst ein Wohnsitz des Kronprinzenpaares, wenn dieses nicht im „Neuen Palais“ war. Heute ist hier ein „Kulturforum“ entstanden, dass einen Mix aus Geschichte, Handwerk und Gastronomie bietet. (Text: Marcel Weichenhan)