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Protzen

Kirche von Protzen

Protzen, am Nordrand des Rhinluchs gelegen, wurde 1324 erstmals urkundlich als Pfarrdorf erwähnt. Der Ortsname soll die Bedeutung „Ort wo Hirse wächst" haben. Im Dreißigjährigen Krieg (1638) und bei Bränden in den Jahren  1718, 1727, 1823, und 1831 wurde das Dorf jeweils zu großen Teilen zerstört. Zu den Besitzern des Gutes gehörten u.a. die von Quast, der General von Kleist, die von Drieberg und die Familie Legde. Annähernd eine Verdoppelung der Einwohnerzahl auf über 500 brachte der Torfabbau in den Jahren 1874 bis 1892.

 

Nach dieser wirtschaftlichen Blütezeit musste man sich wieder ganz auf die Landwirtschaft konzentrieren. In der Zeit der DDR wurde der Wirtschaftshof des Gutes durch eine Maschinen-Traktoren-Station (MTS) genutzt, die zu einem überregionalen Betrieb zur Reparatur von Mähdreschern entwickelt wurde. Heute ist dieser GAB der Firmensitz der GAB Protzen mbH.

 

Die spätromanische Feldsteinkirche ist wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert errichtet worden. Der 32 Meter hohe schiefergedeckte Turm wurde 1682 angefügt. Das Ortsbild prägend ist auch das Gutshaus, das aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt. In der Zeit der DDR wurde es als Schule genutzt, 1986 entstand der moderne Anbau mit einem Wandbild der Neuruppiner Künstlerin Dagmar Elsner-Schwintowsky und einer Turnhalle.

 

Nach 1990 gab es im Rahmen der Dorferneuerung eine ganze Reihe von Vorhaben, die zur Verbesserung der Infrastruktur beitrugen. Mehrere Straßen einschließlich Straßenbeleuchtung wurden erneuert und zum Teil ausgebaut, eine neue Schmutzwasserkanalisation wurde gelegt. 1998 erfolgte der Anschluss des Ortes an das Erdgasnetz. Neben der Sanierung der Kita und des Jugendclubs ist weiterhin der 2004 abgeschlossene Um- und Ausbau des ehemaligen Gutshauses, nachdem der Schulbetrieb eingestellt wurde, zum Gemeindezentrum zu erwähnen, das vor allem durch die im Ort ansässigen Vereine und als „Dorf-Torf-Schulmuseum" genutzt wird.

 


Das Dorf-, Torf- und Schulmuseum hat seit August 1999 seine Pforten für Besucher geöffnet. Es entstand auf Initiative des INSEL-Vereins. In je einem Raum werden jeweils Exponate aus der Dorfgeschichte zu den Themen „Schule" bzw. „Torfabbau und Dorfgeschichte" gezeigt. Eine Erweiterung des kleinen Museums zum Komplex „Schulische Entwicklung nach 1945 bis zur Wende" wurde umgesetzt. Die Ortschronistin, Frau Elke Wildt, ist Ansprechpartnerin für das Museum und führt interessierte Gäste durch das Dorf, das Museum und die Kirche.

 

 

  • Telefon: 033932/70 431
  • Öffnungszeiten: Sonntag 14 bis 17 Uhr
  • oder nach Vereinbarung

 

Im Protzener Gutshaus gibt es nun auch ein Standesamt. Wer dort seine Ehe schließen möchte, kann sich dazu in der Gemeindeverwaltung Fehrbellin informieren (Frau Friedrichsdorf - Tel. 033932/595-340). Neben der Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Trauung können Sie auch das Gutshaus für die anschließende Feier nutzen. Das ansprechende Ambiente (Holzfußboden, Kronleuchter, Bar mit Tresen) lädt dazu bestens ein. Es stehen neben einer komplett eingerichteten Küche mit Herd, Spülmaschine und Geschirr auch Gläser für 60 Personen zur Verfügung. Die Miete pro Tag beträgt derzeitig 140 EUR.

 

 

 

 

(16833) PROTZEN

 

Einwohner: 440

 

Ortsvorsteher:

Dieter Sarnow

 

Ortsbeiratsmitglieder:

Mario Grimmer