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Lietzow

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Lietzow

 

Lietzow, ursprünglich eine slawische Gründung, wurde unter deutscher Herrschaft frühzeitig ausgebaut. Eine Theorie besagt, Albrecht der Bär ließ im 12. Jahrhundert eine Wasserburg errichten. Der Ort Lietzow wurde im Jahre 1317 das erste Mal urkundlich erwähnt. 1335 hieß es Lytzowe und im Jahre 1442 schon fast wie heute, nämlich Liezowe.

 

Die Geschichte des Ortes ist an sich nicht sonderlich spektakulär. Doch gibt es hier eine Kirche, die bauhistorisch hochinteressant ist. Es handelt sich hier um einen neugotischen Backsteinbau aus dem Jahre 1863, der von August Stüler, einem Schüler des berühmten Karl Friedrich Schinkel, geplant und ausgeführt wurde. Das Bauwerk und seine Ausstattung sind zum größten Teil in ihrer Ursprungsfassung erhalten. Die Kirche ist ein unter Denkmalschutzgesichtspunkten sehr wertvolles Gebäude, denn für die damalige Zeit war es eine Sensation. Die besonders wichtigen Teile der Kirche wurden aus dem zu dieser Zeit hochmodernen Baustoff Beton ausgeführt. Dabei muss man bedenken, dass Zement erst 1824 in England erfunden wurde und Stahlbeton in Frankreich vier Jahre nach dem Bau der Kirche. Zu dieser Zeit versuchten sich einige innovative Baumeister an den neuen architektonischen, gestalterischen und konstruktiven Möglichkeiten, die dieser Baustoff bot. Neben ihrer architektonischen Ausgewogenheit ist die Kirche deshalb auch ein bedeutendes bautechnisches Zeitzeugnis.

 

Ungefähr 400m auf dem alten Weg nach Nauen liegt ein aus Feldstein gehauenes Kreuz. Der Sage nach war das Steinkreuz vor hunderten von Jahren für die Semmelfrau errichtet worden, ein Teil dieses Kreuzes existiert heute noch. Die Leute erzählen über die Semmelfrau folgendes: Sie kam damals mit frischen Semmeln aus Nauen. Da wurde sie von einem Wolf verfolgt. In ihrer Angst warf sie dem Tier eine Semmel hin. Als aber der Wolf diese verzehrt hatte, kam er der Frau wieder nach. Diese warf ihm nach und nach all ihre Semmeln hin und glaubte, sie würde unterdessen das Dorf erreichen. Noch fünfhundert Schritte davon entfernt, hatte sie jedoch keine Semmel mehr. Der Wolf war immer noch hungrig, fiel sie an und fraß sie. Zum Andenken richtete man an dieser Stelle jenes Steinkreuz auf.

 

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Lietzow 2003 in Nauen eingegliedert.

 

Zum Gemeindeteil gehört Utershorst.