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Mesendorf

97 Einwohner per 01.01.2013

 

 

 

Der Ort Mesendorf, einst ein Rittergut, liegt am Fuße der Kronsberge, mitten in der Prignitz. Die Gründung Mesendorfs ist unbekannt, die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1319.

 

 

Der Name entstand aus mese= Meise, Meseke oder Meske "die Meise", welche in den Buchenwäldern bei Mesendorf beheimatet war.

Eine andere Richtung der Forschung geht von einem slawischen Ursprung aus Mesa= Bresitzer eines Hofes, denn Mesendorf entstand aus einem Rittergut.

Mit dem Gut entwickelte sich auch das Dorf.

Um die gewonnenen Produkte vor Ort verarbeiten bzw. veredeln zu können gehörten Gewerke zum Gut. So gab es  eine Ziegelei die bis 1930 betrieben wurde, ein Sägewerk, eine Schmiede und eine Stellmacherei.

Weiterhin gab es eine Zucker- u. Sirupfabrik, eine Molkerei, eine Brennerei die bis etwa 1950 existierte.

In Verbindung mit einer Dampfmühle entstand 1856 eine Bäckerei und bis in die 60er Jahre existierte eine Gutsgärtnerei.

 

 

1840 wurde die Straße nach Pritzwalk durch den Preußenkönig, Friedrich Wilhelm II, eingeweiht.

1880 erhielt der Ort eine Postagentur, 1890 eine Telegrafenstation, 1907 kam der Gleisanschluss für die Kleinbahnlinie Pritzwalk – Lindenberg.  

Die Bahn diente zum Transport der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, 1969 wurde die Linie eingestellt.

 

 

1953 wurde die LPG „Ernst Henkel“ gegründet.

1959 waren 98 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Mesendorfs bewirtschaftet. 

1960 schlossen sich die LPG Mesendorf und Bullendorf  zur LPG „Ernst Thälmann“ zusammen.

 

 

1928 wurde Eggersdorf eingemeindet und gehört auch heute noch zu Mesendorf.

 

 

Die Feuerwehr

Im Jahr 1924 wurde unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters die „Freiwillige Feuerwehr“ gegründet. Dokumente aus der Gründerzeit und den Folgejahren sind leider nicht vorhanden, so dass über die technische Ausrüstung der FFW aus der damaligen Zeit nichts in Erfahrung zu bringen ist. Bekannt ist das die FFW Mesendorf als eine der ersten im Kreis eine Motorspritze sein Eigen nennen konnte.

In Zeiten der DDR wurden umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt, die es ermöglichten, die Ausrüstung und die technischen Geräte zu vervollständigen. 1958 erhielt die FFW Mesendorf ein neues Feuerwehrhaus. 1992 wurde es erweitert und die Feuerwehr erhielt endlich das erste Löschfahrzeug.

 

 

Die Kirche

Die erste christliche Andachtsstätte mag ein bescheidener Raum der Burg gewesen sein.

Schon in der katholischen Zeit war eine Kirche vorhanden, denn im Besitz der Kirche befanden sich noch 1600 (nach der Matrikel) ein rotsamtenes  und ein  grünatlassen Messgewand aus jener Zeit. Auch die mittlere der drei Kirchenglocken stammt bereits aus dem 15. Jahrhundert. Laut Matrikel (Verzeichnis von Personen oder Einkünften) von 1716 heißt es: Gebäude sind bei der Kirche nicht, als ein Glockenstapel. Ein solcher muss also doch schon vor der Reformation vorhanden gewesen sein, wie die Glocke beweist.

1785 –1787 wurde, anstelle des Glockenstapels, ein massiver Kirchturm errichten. Der Turm steht noch in den Grundmauern, doch ist er beim Neubau der Kirche erhöht worden.

Der Kirchhof diente bis 1846 als Begräbnisstätte.

Ende 1870 stiftete ein Bildhauer aus Frankfurt am Main ein Altrarbild.

1880 bekam die Kirche eine kleine Orgel, diese wurde 1882 durch eine Größere ersetzt.

 

 

Die alte große Glocke war in den 20er Jahren bei einem Festgeläut gesprungen und man begnügte sich Jahrzehntelang mit der Mittelglocke und einer Kleinen. Diese kleine Glocke, die einen schrillen Ton hatte, mag früher eine Armesünderglocke gewesen sein. Sie hatte keine Innenschrift, nur vier Räder und eine einem Kreuz ähnliche Figur.

Von der alten Glocke ging die Sage, sie stamme von einem zerstörten Dorf, Voigtsdorf, südlich vom Kronsberge, dessen Feldmark die Orte Reckenthin, Guhlsdorf und Luggendorf sich angeeignet hätten, aber kein Wagen konnte die Glocke der alten Kirche fortschaffen. Da hätten die Mesendorfer, die nach dem großen Kriege nur noch ein Pferd und eine Kuh besaßen, diese beiden Tiere vor den Wagen gespannt, die die Glocke mit Leichtigkeit nach Mesendorf schafften.

Aus diesen beiden Glocken, der Großen und der Kleinen, wurden 1865 zwei neue Glocken gegossen. Am Himmelsfahrtstage fand die Glockenweihe statt.

 

 

 

Parkanlage mit Reste der Burg

In nördlicher Verlängerung der Ortsdurchfahrt erstreckt sich der denkmalgeschützte Gutshofbereich mit angrenzender Burgruine. Dieser ist in einer Wall- u. Parkanlage eingebunden. 1880 wurde der Park angelegt und 1910 erweitert.

Es stehen im Park fünf Eichen, welche zwischen 700 – 900 Jahre alt sind, vielleicht sogar noch älter.

Diese Eichenbaumgruppe ist der zweitälteste Eichenbestand Deutschlands.

 

Seit September 1998 befindet sich der 1,6 ha große Gutspark offiziell in Gemeindeeigentum. Schon drei Jahre zuvor begannen die Umgestaltungsarbeiten.

 

 

Zum wertvollen Baumbestand im Mesendorfer Dorfbild gehört die unter Naturschutz stehende älteste Linde. Am Ortseingang aus Richtung Tüchen, am Abzweig Ziegeleiweg, steht sie.

Unter der Linde spielte sich ab, was für das Leben des Dorfes vor vielen hundert Jahren von Bedeutung war.

Hier tagte unter der Lnde der Lehnschulze beim Dorfgericht, die Dorfgemeinde zur Beratung, der Landreiter des Großen Kurfürsten verlas die Verordnungen des Landesherrn. Aber auch Freude und Lust sah die Linde, wenn zur Frühlingszeit „Fahrendes Volk“ erschien, und Geige und Laute zum Tanz unter der Linde aufspielten.

 

 

Denkmal auf den Kronsbergen

„Kronsberge“ (Kranichsberge, vom niederdeutschen Kron = Kranisch) heißt ein zum größten Teil bewaldeter Höhenrücken, der sich von Guhlsdorf in der Westprignitz nach Osten zu fast an die Havelberger Chaussee südlich von Mesendorf erstreckt.

Aus Anlaß des Sieges der Völkerschlacht  bei Leipzig 1813, wurde hier ein Denkmal errichtet. Eingeweiht wurde das Denkmal aber erst 1815, nach dem Ende der napoleonischen Kriege. Seitdem wurde es als Treffpunkt von Kriegervereinen genutzt.

1994 wurde im Zuge einer ABM Maßnahme Weg und Treppe zum Denkmal neu angelegt.

 

 

 

 Quelle: Chronik Mesendorf

 

 Die Kleinbahn Pollo

 

Die 1969 eingestellte Kleinbahnstrecke wurde

 

Um die Erinnerung an das umfangreiche Kleinbahnnetz in der Prignitz aufrechtzuerhalten, setzte sich der 1993 gegründete Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V. das Ziel, die neun Kilometer lange Teilstrecke von Lindenberg über Brünkendorf nach Mesendorf wieder aufzubauen und langfristig für den Museumsbahnverkehr zu erhalten. Der erste Abschnitt der Museumsbahn zwischen Mesendorf und Brünkendorf wurde im Jahr 2002 fertiggestellt. Seit 2004 ist die Verlängerung der Strecke von Brünkendorf bis Vettin in Betrieb. 2007 wurde auch der abschließende Abschnitt Vettin–Lindenberg fertiggestellt; allerdings liegt der Endpunkt nun kurz vor dem ehemaligen Bahnhof. In Lindenberg betreibt der Verein ein Museum, zu dem ein Museumszug aus Originalfahrzeugen – unter anderem die Dampflok 99 4644 – gehört. Die betriebsfähige Wiederaufarbeitung der Dampflok 99 4644 wird angestrebt (Stand 2010).

 

Quelle:Wikipedia 

 

Die Kleinbahn fährt  jedes erste Wochenende im Monat von Mesendorf nach Lindenberg über Brünkendorf