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Beveringen

 

In Beveringen leben per 01.01.2014  297 Bürger.

Im Gemeindeteil Streckenthin: 99

 

Beveringen

 

Über die Zeit von 1300 bis 1600 findet man wenig über Beveringen.  Im Historischen Ortslexikon für die Mark Brandenburg wurde in einer Urkunde aus dem Jahre 1489 von einem „Herrn von Zicker auf Beveringen“ gesprochen. Auch ist vermerkt dass um 1499 Beveringen ein Rittersitz sei und dieser 1542 nach Streckenthin verlegt wurde. Wo der Herrensitz in Beveringen sich befunden haben soll ist nicht bekannt.

 

Der durch Beveringen fließende Bach hat eine Doppelbenennung. Die Bewohner Kemnitz benennen ihn nach ihrem Ort, da auf ihrer Gemarkung der Quellbereich liegt.

Die Bewohner Beveringens bezeichnen ihn als „Beveringsche Bäk“. Dieser Bach teilt eine Anzahl von Höfen auf der Südseite vom eigentlichen Dorf ab und sie sind nur über Brücken zu erreichen. Diese Gehöfte haben die Bezeichnung „Klein Beveringen“, auch „Lütten Bäveringen“. Zur Gemeinde gehören noch einige Ausbaugehöfte wie der „Kibitzberg“ und die „Koppel“.

 

Das Patronatsrecht über die Kirche hatte seit dem Jahre 1600 das Kloster Marienfließ an der Stepenitz. Die Ortsobrigkeit und damit die Leibeigenschaft gehörten seit 1530 der Herrschaft Freyenstein, was wohl später die Verlegung des Rittersitzes nach Streckenthin zur Folge hatte. Bei der Übernahme der Ortsobrigkeit durch Freyenstein befanden sich in Beveringen

16 zwei – Hüfnerhöfe , 4 ein – Hüfnerhöfe  und 4 Kossätenstellen.

 

In der Kirche, die während des 30-jährigen Krieges ausbrannte und erst um 1655 neu aufgebaut wurde, befindet sich eine alte „Taufe“ (Taufbecken). Dieses Taufbecken ist ein besonderes Kleinod und einmalig in seiner Ausführung.

Die Bearbeitung des Steines zeugt von meisterlicher Arbeit. In der ganzen Prignitz gibt es keinen auch nur annähernd so vollendet zugehauenen Steinblock. Er muss bereit im 12. / 13. Jahrhundert hergestellt worden sein.1688 findet er im Kirchenbuch seine Erwähnung.  In den folgenden Jahren wurde ein schmiedeeiserner Aufsatz gefertigt zur Aufnahme einer Messingschüssel in der sich das Taufwasser befindet.

Der alte Wehrturm sieht noch aus wie vor vielen hundert Jahren. Er wurde von den ersten deutschen Ansiedlern überwiegend aus Feldsteine im 12. Jahrhundert  erbaut. Er sollte nicht nur als überragendes Zeichen für das Gotteshaus dienen, sondern in Unruhezeiten den Dorfbewohnern Schutz gewähren.

 

Auf dem Weg zur Kirche und auch beim Gang auf der Dorfstraße kommt man an zwei   Eichen, auf dem Vorplatz zur Kirche neben dem Kriegerehrenmal, vorbei. Die der Kirche am nächsten stehenden Eiche wurde am 22. August 1897 zum Andenken an den 100. Geburtstag Kaiser Wilhelm I. als sogenannte „Kaisereiche“ gepflanzt. Die zweite Eiche wurde, zusammen mit dem Hindenburgstein nach der gewonnenen Schlacht in Ostpreußen, im Jahre 1914 zu Ehren von Paul von Hindenburg in die Erde gesetzt.

 

Verkehrstechnisch wird die Gemarkung Beveringen im Norden von der Pritzwalk – Freyensteiner  Chaussee und im Süden von der Pritzwalker – Wittstocker Chaussee durchschnitten.

Schon 1885 hatte man von Wittenberge über Pritzwalk nach Wittstock eine Eisenbahnstrecke gebaut, die kaum 100 m vom letzten Gebäude in „Klein Beveringen“ vorbeiführte. Es gab aber keinen Haltepunkt für Beveringen.

Im Jahre 1913 wurden Verhandlungen, für eine eigene Bahnhaltestelle, eingeleitet. Die Eisenbahn – Direktion zeigte sich von dem Vorschlag angetan, wollte aber die Finanzierung nicht übernehmen. Also bot die Gemeinde an das nötige Land kostenfrei abzugeben und für den Bau eines Bahnhofsgebäude  2000,-  Reichsmark zu bewilligen. 1200,-  RM wurden bei den Bauern gesammelt und der Rest kam aus der Gemeindekasse. Am 21. Juni 1913 hielt der Zug, zur allgemeinen Freude der Beveringer Bevölkerung, zum ersten Mal vor ihrem neuen Bahnhof.

 

Während des 2. Weltkrieges waren die Bauernhöfe durch die Einberufung der wehrfähigen Männer ohne Arbeitskräfte. Schon nach dem Polenfeldzug wurden polnische Arbeiter, die zum Teil mit der ganzen Familie in Beveringen eintrafen, auf den Bauernhöfen untergebracht.

Nach dem Balkanfeldzug erhielt auch Beveringen ein Gefangenenlager das im Saal des Gastwirts Schütt eingerichtet wurde. Hier waren serbische Gefangene untergebracht, die nach einiger Zeit ein gutes Verhältnis zu ihren Arbeitgebern hatten. Die Gefangenen haben die Bäuerinnen, während der Abwesenheit der Männer, auf den Höfen unterstützt und sich beim Einmarsch der Russen zum Teil schützend vor ihre Herrschaft gestellt. Wenige Tage nach Einmarsch der Russen konnten die Gefangenen wieder in ihre Heimat.

 

Der Feuerteufel schlug in Beveringen des Öfteren zu, so kam es immer wieder mal, zwischen 1892 – 1929,  zu Bränden an Wohnhäuser, Ställe usw.

Ob aus Unvorsichtigkeit, durch Blitzeinschlag oder durch „ruchloser Hand“, dank der Beveringer Feuerwehr sowie der Feuerwehren der umliegenden Dörfer konnten größere Schäden und ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden. In den dreißiger Jahren rüstete die Beveringer Feuerwehr auf eine Motorspritze um.

Bis 1945 war es dann, außer kleinere Brände an Strohmieten auf den Feldern, im Dorf ruhig.

In Zeiten des 2. Weltkrieges holte man sich, da die Männer im Krieg waren, junge Frauen und Mädchen des Dorfes in die Feuerwehr. Schnell haben sie sich eingearbeitet und standen den Männer in nichts nach, wie folgende Episode beweist.

In Beveringen hatte ein Teil des Zirkus Althof sein Winterquartier aufgeschlagen. Die großen Zirkuswohn- und Gerätewagen wurden aus der Vogelperspektive  russischer Beobachter für kriegsgewichtiges Gut angesehen und so flogen sie dann eines Abends einen Angriff auf Beveringen. Im Tiefflug flogen sie das Dorf an und beschossen mit ihren Bordwaffen Gebäude und die Dorfstraße. Zum Glück waren die Waffen nur mit Leuchtspurgeschossen geladen. So entzündete sich lediglich in einem Stall ein Geschoss und setzte ihn in Brand. Durch den rückhaltlosen Einsatz der Frauen und der tatkräftigen Mithilfe der Gefangenen konnte ein größeres Feuer verhindert werden.

 

 

 

Aus geschichtlicher und heutiger Sicht müssen die Orte Beveringen und Streckenthin gemeinsam gesehen werden.

 

 

Das heutige Streckenthin wurde bereits 1356 erwähnt.

Das Gut wurde von mehreren Eigentümer geführt.

Ab 1878 ging der Besitz auf die Familie Klotz über.

 

1924 - Bau eines Schwimmbeckens auf den Pfarrwiesen 25m lang, 13m breit, 1,25m bis 2,00m tief sowie mit  einem 1m Sprungbrett. Im Laufe des Krieges ist die Einrichtung versandet und wurde nie wieder saniert.

 

 

Adam-Joachim Zicker lies 1692 auf seinem Gut eine Kirche erbauen, da er weder von der Kirchenverwaltung noch von der Regierung einen finanziellen Zuschuß erhielt, blieb die Fachwerkkirche ohne Turm. (Saalkirche)

Die Kirche hat bei aller Schlichtheit doch etwas Würdiges.

 

Obwohl der Ort mir einer eigenen Kirche, einer Schule und sogar einem eigenen Friedhof, ein völlig von anderen Gemeinden unabhängiges Dasein führte, wurde der Ort infolge einer landesweit durchgefführten Auflösung der Gutsbezirke 1928 der Gemeinde Beveringen als Ortsteitl angegliedert.

Die Verwaltungsaufgaben, bisher von den Gutsbesitzern Klotz ausgeführt, wurden dem Gemeindevorsteher in Beveringen übertragen Die Schule wurde 1931 aufgelöst und die Streckenthiner Kinder (17)  besuchten nun die Schule in Beveringen. Durch starke Proteste wurde diese Regelung kurze Zeit später wieder aufgehoben.

 

 

 

 

 

 

Streckenthin

 

 

 

Radweg

 

 

 

 

 

 

 


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