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Reesdorf

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REESDORF

Runddorf zwischen Wald und Wiesen

 

Gestern:

Reesdorf wurde erstmals 1375 als „Redichstorpp“ im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt, ist aber wahrscheinlich wesentlich älter. Namensforscher leiten die erste Silbe vom slawischen Namen „Radich“ her. Angelegt ist Reesdorf als Rundplatzdorf: Die Häuser wurden — vermutlich zu Zeiten vor der deutschen Besiedelung — zum Schutz der Bewohner und des Viehs um die Dorfmitte herum gebaut.

Seit jeher ist der kleine Ort von der Landwirtschaft geprägt gewesen, in den historischen Dokumenten tauchen vor allem Kossäten, Hüfner und Hirten als Einwohner auf. Zur Gemarkung gehörte einst das Vorwerk Rummelsborn, das unmittelbar an der sächsischen Grenze lag und über ein Zollhaus sowie eine Gaststube verfügte. Oft nutzten Soldaten der preußischen Armee diese Stelle, um ins „Ausland“ zu desertieren. Der Ort an der Handelsstraße Berlin-Leipzig, der vor allem von sächsich-stämmitgen Köhlern bewohnt wurde,  wurde im 19. Jahrhundert aufgelöst, die vier letzten Familien zogen mitsamt ihrer Häuser nach Reesdorf.

 

Heute:

Mit 122 Einwohnern ist Reesdorf einer der kleineren Ortsteile von Beelitz. Der Ortskern kündet noch heute von der ursprünglichen Siedlungsstruktur, in deren Zentrum sich die Kirche aus dem Jahr 1755 befindet. Reesdorf liegt unmittelbar an der Bundestrasse 246 zwischen Beelitz und Bad Belzig, die Anschlussstelle Beelitz an der A 9 ist nur wenige Kilometer entfernt.

Der Ort selbst ist von dichten Kiefernwäldern auf der einen sowie Spargelfeldern und satten Wiesen auf der anderen Seite umgeben. In den Grenzelwiesen östlich von Reesdorf ist mit Unterstützung der Landwirtschaft ein Niedermoor am Entstehen, so wie es sich hier einst über das gesamte Gebiet erstreckte. Erlebbar wird die artenreiche Auenlandschaft durch Rad– und Wanderwege sowie einen Aussichtsturm im Nieplitzbogen.

Reesdorf verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus in der ehemaligen Schule mit großem Garten und Kinderspielplatz. Von den Bürgern können diese für Feiern genutzt werden.