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Schapow

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Zum Ortsteil Schapow gehören die Gemeindeteile Wittstock, Rittgarten, Augustfelde sowie die Siedlungsstellen Bollmannshof, Fischershof und Dochower Mühle. Sie liegen im Endmoränengebiet Feldberg-Fürstenwerder. Auch heute findet man hier häufig die aus der Eiszeit mitgeführten Gesteinsmassen. Ein Phänomen, das gleichzeitig aber auch die landwirtschaftliche Bearbeitung der Äcker erschwert. Die Dochower Mühle – durch die günstige Lage am Quillow als Wassermühle genutzt – wurde bereits 1244 erwähnt. Sie ist selbst heute noch über den 2003 neu fertiggestellten Landweg Schapow-Wilhelmshof zu erreichen. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von seinen Besitzern liebevoll restauriert.

 

Etwa zur gleichen Zeit finden die Orte Wittstock (1298) und wenig später Schapow (1302) zum erstenmal ihre urkundliche Erwähnung. Die Ortsnamen zeugen von einer früheren slawischen Besiedlung. Nach mehrmaligem Besitzwechsel ging Schapow Ende des 17. Jahrhunderts an die Familie von Schlippenbach über. Die Schapower Bauern konnten im 19. Jahrhundert jedoch das gesamte Eigentum der Feldmark Schapow zurückgewinnen, wodurch ein regelrechtes Aufblühen des Dorfes zu verzeichnen war. Ein weiterer Einschnitt in das von Agrarproduktion gekennzeichnete Leben der Dorfbewohner war die Gründung der LPGen. Diese Betriebe kümmerten sich neben ihren landwirtschaftlichen Aufgaben auch viel um soziale Belange, wie z. B. die Errichtung von Konsumverkaufsstellen und Buswartehäuschen oder die Befestigung von Straßen. Das Bild von Schapow ist heute von einigen Besonderheiten geprägt. Weithin sichtbar ragt die Spitze der Feldsteinkirche über die waldlose, hügelige Landschaft. Die Kirche mit dem Kriegerdenkmal bildet das Zentrum des Ortes. Schapow ist ein typisches Straßenangerdorf, in dem auch heute noch zahlreiche Bauernhöfe erhalten sind. Die Neu- und Wiedereinrichtung von Agrarbetrieben (mit Champignonzucht, Ackerbau, Schweinezucht) zeigt den nach wie vor erhaltenen landwirtschaftlichen Charakter des Ortes.

 

Nur 2 km von Schapow entfernt liegt das Dorf Wittstock, das im Jahr 1998 sein 700jähriges Jubiläum feierte. Im Zuge der um 1950 erfolgten Aufsiedlung entstand hier eine größere Anzahl von Neubauern- und Siedlerstellen, die heute noch das Aussehen des Ortes prägen. Wie bereits in der Vergangenheit dominiert hier immer noch die Landwirtschaft. Eine GbR betreibt eine Milchviehanlage und bewirtschaftet einen Großteil der Landwirtschaftsflächen in und um Wittstock. Zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft wurde 2002 durch die Wittstocker Rinder- und Marktfrucht GmbH die 20. Biogasanlage im Land Brandenburg in Betrieb genommen. Daneben sind hier noch eine Container- und Apparatebau GmbH, eine Lohnschlachtung für Geflügel sowie eine Bauklempnerei zu finden.

 

Als Besuchermagnet des Ortes gilt das Bauernmuseum, das in der 1886 erbauten alten Dorfschule zu finden ist und auf eine inzwischen 30jährige Museumsgeschichte zurückblicken kann. Die hier ausgestellten Exponate sollen die Vergangenheit lebendig erhalten und an frühere Lebens- und Arbeitsweisen erinnern.

 

Obwohl sich auch in Wittstock hinsichtlich die Infrastruktur einiges verändert hat, ist doch die Kindertagesstätte, die heute nach der Montessoripädagogik geführt wird, erhalten geblieben. Neben der konventionellen landwirtschaftlichen Nutzung spielt der ökologische Anbau in der Gemeinde eine wachsende Rolle.

 

In Rittgarten hat sich z. B. der Hof „Rittgarten“ mit Milchvieh, Ackerbau und der im Gemeindegebiet einmaligen eigenen Hofkäserei eine Existenz aufgebaut. Auch das ehemalige Gutshaus mit seinem ausgedehnten Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert (Fam. von Arnim) ist erwähnenswert. Die Glocke auf dem Friedhof erinnert an die 1711 erbaute Dorfkirche, die jedoch später abgerissen wurde.

 

Von Rittgarten aus in nordwestlicher Richtung erreicht man Augustfelde. Galt dieses Örtchen vor 20 Jahren mit seinen 25 Einwohnern schon fast vom Aussterben bedroht, entdeckten inzwischen wieder mehr, auch junge Leute, den Reiz von Ruhe und unberührter Natur.

In dem auf 43 Einwohner angewachsenen Ort wird auch hier seit 1992 in einem Biobetrieb ökologischer Landbau betrieben. Auf ca. 30 ha werden auf dem „Regenbogenhof“ Gemüse, Kartoffeln und Kräuter angebaut.

 

Zwischen beiden Orten liegt die „Wüste Kirche“, die sehenswerte Ruine einer Feldsteinkirche, die mit einem angelegten Rastplatz nach einer Wanderung zum Verweilen einlädt.