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Burghagen

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Burghagen

 

INFO-Flyer

 

Burghagen ist ein Runddorf und liegt ost- südöstlich von der Kreisstadt Perleberg in der Westprignitz. Durch die Feldmark fließt der Jeetzebach, der die Wassermühle über Jahrhunderte trieb und Gelegenheit zum Baden bot. 1321 wird das neue Dorf als „Heyno Burchhagen“ das erste Mal erwähnt. Der Ritter, namens von Burghagen, ließ sich hier vor Ort nieder und gründete das Dorf am Jeetzebach, welches er auch seinen Namen gab. Der Name ist urdeutsch. Es gibt kein zweites Dorf in Deutschland, welches diesen Namen hat. Der Ritter legte das Dorf als Runddorf an, mit dem Eingang vom Westen. Um 1343 baute man die massive Feldsteinkirche, die Schutz in unruhigen Zeiten bieten sollte. Hinter dem Gutshaus befinden sich noch Reste einer ehemaligen Wasserburg am Jeetzebach. Es steht dort noch ein frühdeutscher Turmhügel, jetzt baumbewachsen, umgeben von einem Wassergraben, der Reste eines viereckigen Wohnturmes noch erkennen läßt. Es existierte von 1540 bis 1645 dort eine „Burgwallmühle auf der Gitzen“(=Jeetze). Das Runddorf wurde also zum Osten hin mit dem Gutsanwesen geschlossen. Auf einem Scheunenbalken neben dem ehemaligen Gutshaus befindet sich noch eine Inschrift. Sie lautet: „Gebaut A.B.,I.B., C.B., J.B. anno 1588.“ Es wird gedeutet: Achatz von Burghagen, Ilse von Burghagen auf Burghagen, Caspar von Burghagen, Isabel von Burghagen auf Kleinow. Das neuere eingeschossige Gutshaus trägt über dem Eingang die Inschrift: „H.C. S.L. gebaut 1740.“ (Hans Caspar von Burghagen und Sophie Luise von Göhren). Das Geschlecht Burghagen führte ein eigenes Wappen. Die Familie besaß neben ihrem Stammsitz in Burghagen noch andere Hauptgüter mit festem Wohnsitz in Gerdshagen, Schönhagen, Kleinow und Ponitz. In je einem Zweige ließ sich das Burghagener Geschlecht in Preußen und Pommern im 18. Jahrhundert nieder. Das Geschlecht Burghagen starb mit Heinrich Wilhelm von Burghagen als letzter seines Stammes am 02.10.1832 in Pumptow in Pommern aus. Das Gutshaus ist denkmalgeschützt und bekam 1992 einen neuen hellen Farbanstrich. Zwei mehr als 100 Jahre alte Linden säumen den Eingang. Im Jahre 1700 schloß der Mühlenmeister Peter Pirow mit Achatz Caspar von Burghagen auf Kleinow einen Vertrag zum Bau einer Mühle am Jeetzebach. Pirow erbaute eine oberschlächtige Wassermühle und legte einen Mühlenteich mit Wehr an. Im Jahre 1725 verkaufte der Mühlenmeister Peter Pirow die Burghagener Mühle an den Müller Hans Keuck, welcher bisher auf der neuen Mühle bei Perleberg gewirtschaftet hatte. Er kaufte die Mühle für 335 Taler. Keuck wirtschaftete bis 1716 auf der Mühle und übergab sie dann seinem Sohn Jürgen Mathias Keuck. Dieser behielt sie 12 Jahre und übergab den wenig einträglichen Betrieb am 15. Juli 1773 an Johann Keuck. Er war 40 Jahre der Besitzer dieser Mühle und starb am 27.07.1813. Der letzte Keuck auf der Mühle hieß Friedrich Achatz Daniel Keuck, der die Mühle von 1810 bis 1847 betrieb und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen wußte. Dieses wurde ihm durch eine reiche Mitgift seiner Frau möglich. Er war mit Friederike Sophie Christiane Markurth aus Viesecke verheiratet, eine Tochter des reichen Mühlenbesitzers Markurth aus Viesecke. 1810 übernahm er die Mühle und ließ einen neuen Mahlgang für Grütze einbauen. Im Jahre 1847 verkaufte er die Mühle an den Mühlenmeister Ernst Adolf Friedrich Hoffschild. 1862 kam der Müller Heinrich Kummerow aus Boberow auf die Mühle in Burghagen. Nach seinem Tod am 21.04.1871 übernahm sein Sohn Heinrich Kummerow die Mühle. Am 13.08.1901 kaufte die Familie Langenberg aus Schoenebeck bei Dannenwalde die Mühlengrundstücke. Nach dem Ausscheiden seines Bruders August Langenberg wurde der Mühlenemeister Emil Langenberg Besitzer der Mühle in Burghagen. Nach dem 1945 wurde das Mahlen aufgegeben. Von den 3 Töchtern übernahm keine das Handwerk. Die eine Tochter lebte bis zu ihrem Tode 1986 auf dem Grundstück, danach verkauften die Erben es an die dort ansässige LPG Tierproduktion Kleinow. Seit 1994 hat das Mühlengrundstück, welches fast 300 Jahre alt ist, wieder neue Besitzer. Am 26. Oktober 1928 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 16 Mitglieder gehörten ihr an. Die Feuerwehr wurde ausgerüstet mit der damals typischen Handspritzpumpe. Im Jahre 1967 zählte das Dorf 12 freiwillige Mitglieder in der Feuerwehr. Mit der Eingemeindung gehörte auch die Freiwillige Feuerwehr zu Kleinow. Der zweite Weltkrieg 1939- 1945 forderte in Burghagen 12 Opfer.