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Blumberg

Vorschaubild

Allgemeines
Wer von Casekow kommend, den "Luckower Damm" entlang wandert und dann ein Stück des Weges durch ein kleines Wäldchen, die sogenannte "Hölle" zurücklegt, der betritt die Ortschaft Blumberg. Gleich am Ortseingang steht sich Alt und Neu gegenüber. Links ein sogenanntes "Steinerhaus", erbaut aus Feldsteinen Anfang des 18. Jahrhunderts und rechts gegenüber 5 Eigenheime aus dem Jahr 1977. Weiter geht man an einigen liebevoll sanierten Häusern vorbei bis zur Dorfmitte. Diese wird von der eindrucksvollen Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem 45 m hohen Turm bestimmt. Die Höhenlage von Blumberg macht so den Kirchturm zu einem Wahrzeichen des Randowtales, der im Umland weit zu sehen ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfplatzes beginnt das Gurtsgelände mit dem Herrenhaus, dessen ältester Flügel im Jahr 1804 errichtet wurde. Bemerkenswert ist auch der ehemalige Pferdestall aus dem Jahr 1802 und der große Park, der sich bis zum Blumberger Gewerkehof erstreckt. Zwei Straßen führen aus dem Ort, eine in Richtung Schönow und eine andere führt über das Vorwerk Karlsberg nach Wartin.

Einwohnerzahl: 281
Gesamtfläche: 488 ha
Entfernungen: Gartz 15 km, Schwedt 20 km

Blumberg bildet mit Biesendahlshof, Casekow, Luckow-Petershagen, Wartin und Woltersdorf die Gemeinde Casekow.

Verkehrstechnische Einbindung
Die Gemeinde Blumberg ist über die Bundesautobahn A 11 Berlin - Stettin an das überregionale Verkehrsnetz angebunden. Die Anschlussstelle Schmölln und Penkun erschließen den Amtsbereich. Von Blumberg wird die nähergelegene Anschlussstelle Schmölln genutzt. Sie liegt 15 km entfernt und ist über Wartin, Sommersdorf und Grünz erreichbar.
Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Schönow, ca. 3 km entfernt.

Geschichte
Schon in frühester Zeit, lange vor unserer heutigen Zeitrechnung, haben Menschen unser Gebiet bewohnt. Eine Gründungsurkunde für unseren Ort ist nicht mehr vorhanden. Die älteste Nachricht, die Ersterwähnung unseres Dorfes, geht aus Materialien des Staatsarchivs Greifswald hervor. Eine im lateinischen Wortlaut gehaltene Urkunde vom 22. März 1289 gibt darüber Auskunft. Die Übersetzung lautet:

"Die Herzöge Bogislaw IV, Barnim II. und Otto I. übertragen dem Kloster Gramzow als Ersatz für erlittenen Schaden die Dörfer Scherpingsdorp, Radewitz, Grünz, Blumberg und halb Petershagen im Lande Stettin und die Dörfer Loist, Beyersdorf und Marienwerder im Lande Pyritz, befreien diese Güter von jeglicher Nachmessung und die Bewohner derselben von allen Diensten, außer der Landesverteidigung, und nehmen das Kloster in ihren Schutz." So gesehen ist 1289 das Jahr der Ersterwähnung.

1289
Blumberg wird erstmalig erwähnt. Funde aus der Zeit vor unserer Zeitrechnung lassen erkennen, dass es bereits vor der Ersterwähnung eine Ansiedlung gab. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist das älteste Denkmal der Geschichte, Architektur und Kultur des Ortes.

1480
Blumberg befindet sich im Besitz einer Adelsfamilie von Sydow.

1756

Nach einem Vertrag im Jahr 1756 überließ Karl Friedrich v. Sydow seinem Schwiegersohn und Neffen Heinrich Karl v. der Osten das Rittergut für 100.000 Taler. Sein Sohn Heinrich Karl II. ließ sich ab 1792 das Gutshaus zur Dreiflügelanlage ausbauen und die Hofgebäude in Feldsteinmauerwerk neu errichten. Seine Nachkommen bilden bis heute das Huas Blumberg - Penkun der Familie v. der Osten.


1945
Die Zäsur für Blumberg und den Besitz der Familie v. der Osten bedeutete die Besetzung durch die Rote Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine Bodenreform-Kommision auf Basis des Bodenreformgesetzes von 1945 wurde für Blumberg nie eingesetzt. Allerdings hat die Rote Armee das Gut bereits im April 1945 faktisch und entschädigungslos konfisziert. Später- wohl noch in 1945- erfolgte dann die Übergabe an die neu aufgebaute zivile Verwaltung als staatliches Mustergut.

Das Gutshaus diente zunächst als Kommandantur für die sowjetischen Besatzungstruppen. Auch wurden Flüchtlinge und Umsiedler dort untergebracht. Das Gut selbst wurde nicht im Rahmen der stalinistischen Bodenreform aufgeteilt und an Neusiedler gegeben, sondern wurde Landesgut und später sogenanntes Volkseigenes Gut. Im Laufe der folgenden Jahre richtete das "Volkseigene Gut Blumberg" im Haus Wohnungen, Werksküche, Kindergarten, ein Gemeindebüro und eine Gaststätte ein.


1949
Trotz des schweren Anfangs in den Nachkriegsjahren werden die Vorkriegserträge erreicht und die Viehbestände und ihre Leistungen erheblich gesteigert.

1953
Bau einer Schweinemastanlage für 1600 Mastschweine und 90 Abferkelplätze.

1969
Baubeginn für eine industriemäßige Jungrinderanlage

1976
Durch die Spezialisierung der Landwirtschaft kommt es zu einer Trennung der Tier- und Pflanzenproduktion. Die landwirtschaftliche Nutzfläche des VEG Pflanzenproduktion Blumberg-Wartin beträgt über 4000 ha.

1987
Rekonstruktion der Jungrinderanlage mit einer Kapazität von 1800 Plätzen und Fertigstellung der Gülleanlage.

1988
Fertigstellung des Neubaues der Schweinemastanlage mit 7200 Plätzen, Futterhaus und Sozialgebäude

1958-1988
Es werden in Blumberg 36 Wohnungen mit 54 WE gebaut. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich von der Ausbeutung und Unterdrückung des Feudaladels und der Junker zu Gunsten der arbeitenden Menschen verändert. Das ehemalige Gutshaus ist zu einem gesellschaftlichen Zentrum umgebaut worden. Die Werktätigen haben Besitz ergriffen, von dem was sie schaffen und das Antlitz des Dorfes ständig verändert.

1989
Das war das Jahr der Wende (der Untergang der DDR). Mit der Wende begann eine neue Phase der Entwicklung. Es hat sich vieles im Ort geändert. Zielstellungen mussten neu, mit marktwirtschaftlichem Geschehen, durchdacht werden.

 

1996

1996 gelang es der Familie v. der Osten das Gutshaus mit Hof und Park sowie 1997 den größten Teil des Blumberger Waldes vom Staat zurückzuerwerben und in die eigene Bewirtschaftung zu übernehmen.

 

Besonders sehenswert ist auch die Kirche, die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Feldsteinbauwerk ist, wie die meisten dieser Kirchen, im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt, aber in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bereits wieder aufgebaut worden. Charakteristisch für das Blumberger Gotteshaus ist der 45 Meter hohe Turm von 1734/35 mit Haube und Laterne. Die Inneneinrichtung entspricht weitgehend dem Originalzustand. Sie ist eine Schenkung des Kirchenpatrons Heinrich Carl v. der Osten im Jahre 1772.

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1695.