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Innenstadt

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Der Kern Potsdams ist durchsetzt von seiner Geschichte, die inmitten moderner Bauten dennoch allgegenwärtig ist. Noch immer sind die Wunden, die der alliierte Bombenangriff am 14. April 1945 der „Innenstadt“ zugefügt hat, nicht völlig geheilt. Doch wurde nichts unversucht gelassen, eine Wiederherstellung des Zentrums anzustreben. Beispielsweise wurde im Jahr 2002 das Fortunaportal, welches nach der römischen Göttin „Fortuna“ benannt wurde, neu erbaut. Es handelt sich dabei um das Eingangsportal zum einstigen Stadtschloss, dessen Wiederherstellung ein sehr wichtiges Ziel der Stadterneuerung ist. Neben dem „Fortunaportal“ befindet sich die Nikolaikirche. Dieses kuppelbekrönte Bauwerk wurde von Schinkel erbaut und begrenzt zusammen mit dem „Fortunaportal“ sowie dem gegenüberliegenden Alten Rathaus den „Alten Markt“. Potsdams „Innenstadt“ wird geprägt durch Bauten aus den vergangenen drei Jahrhunderten. Einen besonders großen Anteil haben dabei die Bauwerke aus dem 18. Jahrhundert. In der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I., genannt der „Soldatenkönig“, und seines Nachfolgers Friedrich II. („Friedrich der Große“), wurden meist zweigeschossige Gebäude errichtet, die heute das urbane Zentrum der Stadt, mit der „Brandenburger Straße“ in ihrer Mitte, bilden. Die Straßen verlaufen geradlinig und werden eingebettet von Barockhäusern verschiedenster Art. Eine Stadtmauer hat die „Innenstadt“ seinerzeit begrenzt. Davon zeugen noch die drei Stadttore Brandenburger Tor, Nauener Tor und Jägertor. In den Jahren 1992/93 ist die „Innenstadt“ zum Sanierungsgebiet erklärt worden, was in großem Maße zu einer Wiederbelebung des Stadtteils sowie zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen hat. Im Zuge der „Bundesgartenschau“ 2001 wurde auf dem Areal des ehemaligen „Stadtschlosses“ ein neuer Lustgarten angelegt, der nur einen Teil des großen Grünanlagenvorkommens in Potsdams „Innenstadt“ ausmacht. So beherbergt die Freundschaftsinsel, inmitten der Havel, den Schau- und Sichtungsgarten der Staudenzüchtungen Karl Foersters, der einst in Potsdam gelebt und hier sein Lebenswerk geschaffen hat. Zwischen dem Stadtzentrum und dem Gelände der Landesregierung ist seit dem Jahre 2000 der neue Potsdamer Hauptbahnhof entstanden. Das Landtagsgebäude präsentiert sich auf dem „Brauhausberg“ mit einem wunderschönen Blick über die Stadt und die einmalige Havellandschaft. Diese fließt mitten durch die Innenstadt und verbindet die Landeshauptstadt Brandenburgs mit ihrem Umland und Berlin. Das historische Ambiente und die barocke Architektur der Innenstadt machen Potsdam zu einem sehr beliebten Urlaubsziel. Hinter „friederizianischen“ Fassaden verbergen sich moderne Dienstleistungsangebote, und nach einem Stadtspaziergang kann man die angenehme Aufenthaltsqualität der Cafés und Restaurants genießen. Südliche Innenstadt Das Areal der „südlichen Innenstadt“ umfasst das Gebiet der Freundschaftsinsel sowie den „Bassinplatz“, mit der Französischen Kirche. Von dort aus benötigt man zu Fuß weniger als zwanzig Minuten zum Hauptbahnhof. Als Symbol der „Südlichen Innenstadt“ gilt das wiederaufgebaute Portal des einstigen „Potsdamer Stadtschlosses“. In einem festlichen Akt wurde am 12. Oktober 2002 die vergoldete Skulptur der Glücksgöttin „Fortuna“ auf das Tor gehoben und damit das Gebäude offiziell an Potsdam übergeben. Der Hugenotte Jean de Bodt entwarf das 1701 errichtete Portal, welches im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später zerstört wurde. So dauerte es fast vierzig Jahre, bis die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung den originalgetreuen Wiederaufbau beschloss. So ist das Bauwerk im Zentrum der „Südlichen Innenstadt“ heute ein Zeichen der Zeit und dennoch nur eines von vielen geschichtsträchtigen Anlagen auf diesem Areal: Ein Gang in das heutige Filmmuseum, das einst als „Marstall“ genutzt wurde, ist deshalb ebenso zu empfehlen, wie der Besuch des Fontane-Archivs am „Bassinplatz“. Der „Alte Markt“ mit der Nikolaikirche, dem Alten Rathaus und dem Hans-Otto-Theater, stellt in Verbindung mit der unmittelbar daneben liegenden „Freundschaftsinsel“ das kulturelle und historische Herz der Stadt dar. Vor allem in den warmen, wunderschönen Sommern wird jeder Besucher Potsdam für seine Anlagen und Parks lieben. Nördliche Innenstadt Von der Französischen Kirche über das Holländische Viertel bis zum „Heiligen See“ erstreckt sich das Gelände der „Nördlichen Innenstadt“. Vom „Bassinplatz“ ausgehend, erheben sich historisch imposante Bauwerke in fast jeder Straße, wie etwa das Nauener Tor, das einst die „Nauener Vorstadt“ begrenzte oder die Gotische Bibliothek. Eine gute Orientierungsmarke bietet der hohe Kirchturm der römisch-katholischen Peter-und-Paul-Kirche. Als repräsentativ für das Einwanderungsland „Preußen“ gelten das Holländische Viertel und das ehemalige „Französische Viertel“, dessen einzige Bastion heute die Französische Kirche ist. In Folge des 30-jährigen Krieges war das Land seinerzeit „entvölkert“. 1685 erließ der „Große Kurfürst“ das „Potsdamer Glaubensedikt“, das es den Glaubensflüchtigen aus dem katholischen Frankreich erlauben sollte, sich in der Mark Brandenburg anzusiedeln. So kamen die Hugenotten nach Potsdam, und schon um 1700 war jeder 3. Einwohner ein Franzose. Direkt neben dem ehemaligen „Französischen Viertel“ schließt sich das Holländische Viertel an. Im Auftrag des Soldatenkönigs wurden auf diesem Areal 134 rote Holländerhäuser in 4 Karrees errichtet. Der Charme dieses holländischen Bauensembles, das komplett unter Denkmalschutz steht, verzaubert jeden Besucher. Ein einzigartiges Erlebnis ist die Stimmung beim Tulpenfest im April, wenn hier viele Holländer ihre heimische Kunst und Kultur präsentieren. (Text: Marcel Weichenhan)