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Satzkorn

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„Satzkorn“ ist in Potsdam und Umgebung vor allem für sein Obstanbaugebiet sehr bekannt und beliebt. Das „Obstgut Marquardt“ hat seinen Sitz in „Satzkorn“. Die „Obstscheune Satzkorn“ jedoch befindet sich paradoxerweise in „Marquardt“. Der Inhaber des Gutes erklärt dies folgendermaßen: Er will beide Ortsnamen mit seinem Geschäft verbinden. Dieses ist aus dem „Havelländischen Obstanbaugebiet“ hervorgegangen, welches in der DDR einst 26.000 Arbeitsplätze bot und eng mit diesen beiden Orten verknüpft war. Heute umfasst das 107 Hektar große Gebiet Obstplantagen, auf denen vorwiegend Kirschen, Pflaumen und Äpfel reifen. Mit seiner Eingemeindung und den beiden Gemeinden um „Satzkorn“ herum - „Marquardt“ und „Uetz-Paaren“ - verspricht sich Potsdam, dass der dort ansässige „Friedrichspark“ durch einen Standortvorteil nun zu einem wirtschaftlichen Gewinn für die Region wird. Dazu sagte Oberbürgermeister Jakobs: „Bisher hatten wir eine Konkurrenzsituation. Das wird sich mit der Eingemeindung ändern. Wenn sich Gewerbe im Friedrichspark ansiedelt, dann profitiert auch die Stadt davon, denn sie ist dann Nutznießer der Steuereinnahmen." Die Ansiedlung von kleineren und mittleren Unternehmen soll dabei unterstützt werden. Das ehemalige Prunkstück der Gemeinde ist das Gutshaus. Heute bietet es einen jammervollen Anblick und galt einst als „einträglicher Dienst zu Füßen des Königs“. Das Gutshaus entstand im wesentlichen im 18. Jahrhundert, als es der damalige Gutsherr Friedrich Brandhorst ausbauen ließ. In diesem Zustand ist es heute noch erhalten. Eine nette Anekdote bietet der Gutsherr. Diesem war es möglich, ein majestätisches Fußleiden des Soldatenkönigs mit schlichten Hausmittelchen zu heilen. Dieser dankte es seinem Gönner und ernannte Brandhorst zum Leibarzt. Obendrein unterstützte er den Aufstieg seines Arztes vom Bürgerlichen zum Gutsbesitzer in „Satzkorn“. Für Pferdeliebhaber gibt es heute die Barockpferdezucht von Inge Huschke zu bewundern. Ihren „Barock-Reiterhof“ unterhält sie auf dem Gutsgelände mit 25 Pferden im Stall. An Wochenenden veranstaltet sie bisweilen Reiterlehrgänge, und die Familie besitzt zudem einen Landwirtschaftsbetrieb. Das soziale Zentrum des Dorfes bildet die „Freiwillige Feuerwehr“. Doch ist es nicht die Technik allein, die so fasziniert. Für die Jungen und Mädchen geht es vor allem darum, zu dieser eingeschworenen Einheit zu gehören. So betrachtet die Gemeinde ihre „Freiwillige Feuerwehr“ als die wichtigste, wenn nicht gar die alleinige, Jugendfreizeiteinrichtung dieses Stadtteils im Potsdamer Norden. (Text: Marcel Weichenhan)