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Gräfendorf

Dorfkirche

Gräfendorf wurde erstmals 1205/21 erwähnt und zählt bis 1566 zum Erzbistum, bzw. bis 1635 zum Administrator von Magdeburg. Seit dem Mittelalter war das Dorf im Besitz der Familie von Thümen, später bis 1945 im Besitz von Franz Stein. 1221 gab es eine Mühle im unteren Teil des Dorfes. Überlieferungen aus dem Jahre 1638 dokumentieren, dass das Dorf weitgehend zerstört wurde. Im Jahre 1727 fand man in dem großen Pfuhl einen von Eichenholz ausgeschälten Brunnen, der auf die ehemalige Siedlung stieß. 1777 sind vier publike Häuser, ein Hausgenossenhaus auf ritterschaftlichem Grund, eine Schmiede und ein Gemeindehirtenhaus erwähnt.1815/16 gab es im Dorf eine Windmühle, ein Hufschmied, eine Brauerei, eine Weinbrandbrennerei, eine Ziegelei und ein Schankwirt. Schon 1853 wurde die Hälfte des kleinen Pfuhls für den Bau der Dorfstraße beseitigt. Ab 1891 ist Gräfendorf Kirchendorf mit Rittergut und Schäferei. Das barocke Gutsschloss wurde im Zusammenhang mit der Bodenreform abgerissen. Der noch erhaltene Gutspark, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit altem Baumbestand dokumentiert weiterhin die Epochen des Junkertums. 1931 wurde Gräfendorf Landgemeinde. Die ehemalige Fläche des Gutshofes von ca. 1,12 ha wurde ab 1950 als Gärtnerei für Gemüsepflanzen genutzt. 1956 wurde die LPG „Fortschritt“ gegründet, die sich erweiterte und sich später mit der LPG in Werbig zusammenschloss.

Geprägt wird das Straßendorf durch den baumreichen Gutspark und den nahezu gegenüberliegenden großen Dorfteich. Der Dorfeingang von Gräfendorf wird durch eine Linden-Allee begleitet. Entlang der Dorfstraße reihen sich die regional typischen Vierseithöfe. Die spätromanische Feldsteinkirche, mit eingezogenem Chor, im Kern des Dorfes, wurde im 14. Jahrhundert erbaut und ist das älteste Gebäude.

Einwohner: 167

(Stand 31.12.2017)