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Planspiel Börse - Schüler machen Erfahrungen mit Bulle und Bär (19.01.2012)

Schüler machen Erfahrungen mit Bulle und Bär
SchulPlanspiel Börse am OSZ Lübben beendet

Wissen ist zur Orientierung in unserem Alltag erlernbar. Es ermöglicht uns, fundiert zu urteilen und es hilft uns, Zusammenhänge zu erkennen. Ausgestattet mit den entsprechenden Sachkenntnissen können wir aktiv handeln und bewusst Entscheidungen treffen.
Wissen beruht jedoch auf bewusste Aneignung, z.B. in der Schule, oder auf Erfahrung, z.B. durch Ausprobieren. Es gibt jedoch viele Wissenselemente, die man aufgrund der begrenzten Zeit in der Schule nicht bewusst vermitteln kann. Und für die Erfahrung fehlt das Geld. Ich meine das Wissen im Zusammenhang mit Aktien und Börse.
Deshalb ermöglicht das OSZ in Lübben seit fünf Jahren den Schülern der Fachoberschule und seit dem Bestehen des beruflichen Gymnasiums auch diesen Schülern die Teilnahme am Planspiel Börse. Bei dieser Simulation müssen die Schüler über 10 Wochen durch geschickte Aktienkäufe und –verkäufe den Wert ihres fiktiven Aktiendepots möglichst vergrößern. Da die verwendeten Aktienkurse und Gebühren sich an den realen Werten orientieren, müssen die Schüler die Wirtschaft und die an der Börse agierenden Unternehmen bewusst beobachten, wenn sie erfolgreich sein wollen.
In den Jahren 2007 bis 2010 wurde für dieses neben dem Unterricht angebotene Projekt das Planspiel Börse der Sparkassen genutzt. Im Herbst 2011 jedoch offerierte die Mittelbrandenburgische Sparkasse, dass sie dieses Jahr bei diesem Planspiel nicht dabei ist und somit keine Spieldepots zur Verfügung stellt. Nun war guter Rat gefragt, wenn die Tradition nicht abbrechen sollte. Bemühungen, von den benachbarten Sparkassen Elbe-Elster, Spree-Neiße oder Berlin die Teilnahme ermöglicht zu bekommen, schlugen fehl.
So setzte ich, der betreuende Fachlehrer, mich in den Herbstferien an den Computer und entwickelte selbst ein „SchulPlanspiel Börse“. Ich orientierte mich dazu an den Spielregeln des offiziellen Planspiels Börse der Sparkassen. Ich entwickelte ein Order-Formblatt, mit dem die teilnehmenden Schülergruppen ihre Aktienkäufe und –verkäufe in Auftrag geben konnten und wurde so selber zur spielführenden „Bank“. Per Mail erhielt ich die Kauf- und Verkaufsaufträge, verbuchte diese, berechnete Gebühren und Depotstände und führte so das Depotjournal für die teilnehmenden Teams. Wöchentlich erhielten die Teams per Mail die Depotstandsmeldung, so dass sie die Entwicklung ihres Depotwertes verfolgen konnten. An einer Plakatwand im Schulhaus wurde ebenfalls wöchentlich der Werteverlauf aller Depots veröffentlicht. So konnten die Schüler auch ihre Position im Wettbewerb mit den anderen Teams der Schule erkennen. Besonders beliebt war der Vergleich mit dem Lehrerteam, das traditionell am Planspiel teilnimmt.
Am 14.Januar endete nun das am 01.November begonnene Spiel.
Die Auswertung ergab einige interessante Beobachtungen: So hatten die Schülerteams ganz unterschiedliche Anlagestrategien. Da waren die Vorsichtigen, die zwei bis 20 Aktien kauften und dabei nur Werte bis 500 Euro bewegten. Sie hatten dann im Depot viel Geld übrig, das aber auch keinen Kursschwankungen unterlag. Andere „schnürten große Pakete“. Sie legten gleich in der ersten Woche alle 50 000 fiktiven Euro in fünf bis sechs Aktienpaketen an und hofften auf eine gute Kursentwicklung.
Am häufigsten gekauft wurden Aktien von Dax-Unternehmen. Nur zwei Teams setzten auch auf die globalisierte Wirtschaft und investierten Aktien des amerikanischen Dow-Jones-Indexes. Diese Idee hatte Erfolg. Denn der amerikanische Aktienmarkt schwankt zurzeit nicht so stark wie der europäische. Ursache ist vermutlich die Eurokrise. Ein anderes Team war vom Ruf und den wirtschaftlichen Aktivitäten der Commerzbank überzeugt. Nach der Abwärtsbewegung der Aktie im Laufe des Jahres 2011 vermuteten die Schüler, dass diese ja nun wiedermal steigen müsse. Es ging aber noch weiter bergab. Die Schüler verkauften schnell mit Verlusten, um nicht noch mehr zu verlieren. Und ärgerten sich als die Aktie nur Tage später wieder anstieg.
So gab es Teams, die in den 10 Wochen des Spiels erfolgreich agierten und den Depotwert vergrößerten. Es gab aber auch Teams, die Verluste verkraften mussten. Sieger wurden Jens Kranick, Julius und Johannes Gumpert aus der FOS-Technik-Klasse. Sie machten aus den 50 000 Euro fiktivem Startkapital mehr als 53 000 Euro. Indirekt sind aber alle Sieger: Neben der gesammelten Erfahrung mit dem Thema Börse erhält jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat, das hoffentlich bei der Bewerbung um eine Lehrstelle oder ein Studium hilft.
Nach meiner Meinung hatte das Handycap, das Spiel selbst entwickeln und verwalten zu müssen, gegenüber dem Planspiel Börse der Sparkassen auch einen Vorteil. Ich konnte die Strategie der Schülerteams gut beobachten und daher in Gesprächen mit den Schülern den Erfahrungsaustausch bewusst ankurbeln. Ein Vergleich mit Teams anderer Schulen war jedoch nicht möglich. Ich habe also entschlossen: Es wird also gewiss im nächsten Herbst wieder ein Börsensimulationsspiel für die Schüler der Fachoberschule und des beruflichen Gymnasiums am OSZ in Lübben angeboten.  
(H. Stäker – betreuender Fachlehrer)  


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Foto vom Album: Planspiel Börse - Schüler machen Erfahrungen mit Bulle und Bär
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